Literarische Versuche / Literary Attempts


Ich schreibe immer wieder mal kurze Texte seit den 1970er Jahren. 2012/13 habe ich dann beschlossen, Texte in Romanlänge zu verfassen. Sie sind bisher alle nur als e-Books veröffentlicht.

 

 I have been writing short texts since the 1970s. In 2012/13 I've decided to change over to a novel format and I am writing longer texts. They have only been published as e-books.

 

 

 

 

 

Leseproben / Extracts

Im nächsten Leben werde ich ein Grashalm. Widerstand gegen das Vergessen

Autobiographie, die mein Erinnern unterstützen soll.

ca. 260 Seiten

 

SONG OF LIFE

Leftfield

 

Dies ist ein ganz besonderes Buch, denn es gibt Auskunft über mein Leben. Ich wandle schon mehr als ein halbes Jahrhundert auf dieser Erde und habe einiges erlebt. Manches stimmt mich traurig, anderes heiter, über manche Dinge schüttle ich heute auch nur mehr den Kopf. Dieses reflektierende Schreiben fasst zusammen, deckt auf, vereinheitlicht, hinterfragt. Irgendwie eine Autobiografie mit Kommentar.

Manche Dinge könnten für Menschen ein Beispiel sein, wie man mit Situationen umgehen kann, andere eher Beispiele dafür, wie man es auf jeden Fall nicht machen soll. Ratgeber ist dieses Buch auf keinen Fall, eher amüsante Lektüre mit Ansteckungsgefahr, denn einige Menschen, die mir beim Korrekturlesen geholfen haben, fingen an, auch über ihr eigenes Leben zu erzählen. Die Lektüre ist nicht immer leicht, aber doch offen und ehrlich, ohne Beschönigung, ohne Verschweigen.

 Es sind Erinnerungen von mir und an mich selbst, die ich später möglicherweise als interessante Schilderungen einer fremden Person lesen werde. Eine Person, die mir eigenartig vertraut erscheint und doch gleichzeitig völlig unbekannt ist. Ein Schreiben wider das Vergessen also, das möglicherweise voran schreitet aufgrund einer schwer nachweisbaren Krankheit, die mit Vorliebe intelligentere Menschen befällt, die man daher nicht gleich bemerkt, die aber trotzdem in geistiger Umnachtung enden kann.

Denn wenn sich bestätigt, was manche Ärzte vermuten, dann werde ich irgendwann in Demenz verfallen, vielleicht sogar ins Koma fallen, aber noch ist es nicht soweit, vielleicht auch nie. Aber wozu mögliche Horrorszenarien schon jetzt heraufbeschwören, wenn frau ebenso ein Buch schreiben kann, aus dem ihr später hoffentlich vorgelesen wird?

 

Geschriebenes, aber auch Musik und Fotos, die meinen Lebensweg nachzeichnen und mir helfen, mich zu erinnern, wenn das allgemeine Vergessen immer größeren Raum gewinnen will. Fotos zum Ansehen, geliebte Musikstücke, die in Form der Zwischentitel getarnt scheinen, aber auf YouTube meist schnell auffindbar und anhörbar sind, und natürlich Text. Meine gemalten Bilder sind ein anderer Teil, den man gesondert betrachten sollte, ebenso die zahlreich vorhandenen Fotobücher.

 

Ich habe diese Autobiographie in Zehnerschritte meines Lebens unterteilt, wobei verschiedene Abschnitte unterschiedlich lange und genaue Erinnerungen beherbegen. In diese Abschnitten sind verschiedenste Musiktitel verwoben, die meist weniger die jeweilige Zeit repräsentieren, sondern viel mehr meine Empfindungen und Stimmungen zeigen.

 Vergessen wäre allerdings manchmal durchaus reizvoll gewesen, vor allem das Vergessen jener Lebensbereiche, die von Überlebenskampf und Selbstzweifeln gekennzeichnet sind, aber genau diese Abschnitte vergisst man natürlich nicht. Eine mögliche Gegenstrategie wäre eigentlich recht einfach gefunden, denn sie ist so simpel wie anstrengend - Widerstand leisten, kämpfen, wissen, nicht vergessen, nicht bedauern, nicht wiederholen.

Ich war und bin eine Steh-Auf-Frau. Steh-Auf-Männchen wäre als Bezeichnung wohl nicht wirklich passend. Also immer wieder aufstehen und weiter machen, mein Lebensmotto quasi, obwohl der Satz “was dich nicht umbringt, macht dich stärker” dabei keinerlei Relevanz hat.

 

Einen weiteren Satz gibt es auch noch, der mein Leben bis jetzt bestimmt und den die Fehlfarben so treffend formuliert hatten: Was ich haben will, das krieg ich nicht, und was ich haben kann, das gefällt mir nicht. Ich bin mit wenig zufrieden, auch mit wenigen Menschen und mit noch weniger Männern, denn meine Ansprüche sind hoch und ich habe sehr schnell das Gefühl, dass es irgendwo noch mehr geben könnte. Mehr Intelligenz, mehr Gefühl, mehr Verständnis, mehr schöne Männer, mehr Miteinander als Gegeneinander, mehr wissende Frauen, die ihr Verstehen teilen und reflektieren.

 

Ich habe mein gesamtes bisheriges Leben lang gekämpft, um mich zu finden oder um mich nicht ganz zu verlieren, ich habe gekämpft gegen Schatten und Dämonen der Gegenwart wie der Vergangenheit, gegen Unwissenheit, Verdrängung, Ignoranz, Negation. Es war und ist keineswegs ein verbissener Kampf mit den “Waffen einer Frau”, mit Ideologien, mit religiöser Verblendung, nein, es ist vielmehr ein Kampf in der unschuldigen Nackheit der Suchenden nach Erkenntnis. Geschlagen mit einem Lächeln, gegen alle gesellschaftlichen Zwänge und beengende Normen. Es ist ein Kampf mit der Kraft der Wissenden, die weder das Leben noch den Tod fürchtet.

 

Warum ich im nächsten Leben ein Grashalm werden möchte und nicht eine Katze, ein Hund, eine Rose, eine exotische Blume oder ähnlich “schönere” Dinge? Gras ist beständig, kann überall leben und ist fast nicht umzubringen. Deshalb möchte ich lieber ein Grashalm sein.

 

Veröffentlicht als Kindle E-Book /

Published as Kindle e-book.

(ASIN B00GYCKE0O)


Die verschlungenen Wege der Mondfrau

Persönlich gehaltene Orts- und Reisebeschreibungen und wie man trotz Beeinträchtigung Spaß am Leben haben kann.

Etwa 125 Seiten

 

MONDSCHEIN

 

Der Mond ist nur im Deutschen männlich, sonst ist er weiblich und das aus gutem Grund. Die Maya haben den Mond zur wichtigsten Göttin erkoren, denn sie repräsentiert den ewigen Kreislauf von Leben und Vergehen. Um den Mond ranken sich in vielen Kulturen die unterschiedlichsten Geschichten, die ich alle faszinierend finde, denn auch ich fühle mich vom Mond angezogen, weil er stark mit dem jeweiligen Ort verbunden ist, an dem ich mich befinde, im Sinne von aktuellem Aufenthaltsort ebenso wie im Sinne eines geistigen Ortes, an dem ich mich vorübergehend aufhalte. Wichtig ist eine permanente Bewegung, die einen rastlos erscheinen lässt, aber die notwendig ist, um immer wieder Neues zu erfahren.

 

Im Internet habe ich durch Zufall eine sehr schöne Geschichte gefunden, die Die Mondfrau beschreibt, die mir selbst ungemein ähnlich erscheint:

 

Die Mondfrau geht den Weg der Freiheit. Sie wandelt sich in jedem Augenblick. Sie lebt intensiv und kraftvoll. Ihre Leidenschaft ist das Reisen, und wenn sie nicht in der weiten Welt unterwegs ist, dann reist sie in ihrer unergründlich tiefen Seelenlandschaft. Wenn du eine Mondfrau an dich binden willst, dann lass sie vollkommen frei. Sie lässt sich nicht festlegen. Versuche sie niemals einzuordnen, denn sie hat zu viele Facetten. Wenn dich eine Mondfrau in sich aufnimmt, dann öffnet sie sich ganz und gar und du darfst eintauchen in ihren Körper, in ihre Seele, in ihr tiefstes Sein. Wenn du in eine Mondfrau eindringst, dann dringst du in die dunkelste Nacht ein, und wenn du bereit bist, wird sie ein Feuer in dir entfachen, das deine Seele für immer leuchten lässt. Wenn du eine Mondfrau liebst, dann bist du bereit, deinem tiefstem Wesen zu begegnen, denn sie wird dich einladen auf eine Reise zu deiner Essenz. Die Mondfrau strahlt und zeigt sich offen der Welt. In diesen Phasen verschenkt sie alles was sie hat, wohl wissend, dass sie selbst das größte Geschenk ist. Und dann, allmählich zieht sie sich ganz in sich selbst zurück, denn ihre Kraft schöpft sie aus der Stille.

 

 Sie geht ihren Weg aufrecht und stolz, denn sie wird vom Pulsschlag der Erde getragen und von der Weisheit des Himmels geführt.

 

Die Mondfrau begegnet dir manchmal so kindlich und naiv wie ein kleines Mädchen, um im nächsten Moment aus ihrer tiefen Weisheit zu schöpfen. Alle Jahreszeiten findest du in ihr. Alle Altersstufen sind in ihr vereint. Unterschätze niemals ihre magische Kraft, und lass dich nicht täuschen von ihrem jungen Aussehen und ihrem freien Lachen. Die Mondfrau ist eine Träumerin, die all ihre Visionen in ihrem Tempo auf die Erde bringt. Dränge sie zu nichts, denn wenn du sie unter Druck setzt, wird sie erst geistig und dann körperlich fliehen. Die Mondfrau geht den Weg der Freiheit. Sie bindet sich nur an einen einzigen Ort, und dieser Ort liegt in ihr. Ihr Wegweiser ist die Liebe.

 

Die Mondfrau ist hier, um alle Wesen an den Wandel zu erinnern. Denn auch sie selbst ist bereit, immer wieder alles loszulassen und vollkommen nackt im Wind zu stehen. Sie scheut sich nicht vor dem Feuer. Denn sie selbst brennt lichterloh. Sie bleibt in der dunkelsten Stunde einfach sitzen, auch wenn alle um sie herum davonlaufen. Ihre Tränen haben schon einige Ozeane gefüllt, in die sie sich fallen ließ, um dort an den tiefsten Grund zu tauchen. Sie hat keine Angst vor der Tiefe des Seins. Sie hat keine Angst vor der dunklen Nacht, denn dort hat sie ihre Schönheit und ihre unermessliche Kraft gefunden. Sie ist wild, leidenschaftlich und voller Lust. Sie ist zärtlich, sanft und sehr verletzbar. Du denkst sie braucht dich nicht? Halte sie fest, und du wirst spüren, wie sehr sich nach einem Gefährten sehnt, der keine Angst vor den kraftvollen Wellen ihrer Seele hat.

 

 Ich fühle mich dieser Mondfrau sehr verbunden...

 

Veröffentlicht als Kindle E-Book. /

Published as Kindle e-book.

(ASIN B00GDM2DWM)


Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lache, weil es so schön war

Eine eigenwillige Liebessgeschichte, die aus zwei ineinander verwobenen Geschichten besteht.

Etwa 83 Seiten

 

ONLINE DATING

 

Es geht mir gut. Ich habe mein Leben im Griff und bewohne mit meiner Katze eine angenehme Wohnung. Ich bin finanziell abgesichert, kann auf eigenen Beinen stehen, bin mir selbst mehr als genug, fühle mich frei, bin ungebunden und unabhängig. So sollte es bleiben, eigentlich. Aber, ich entwickle auch manchmal Bedürfnisse, die oft nur hinter vorgehaltener Hand direkt benannt werden. [...]

 

Es gibt nur ein entscheidendes Problem, denn ich bin nicht unbedingt pflegeleicht und über 50. Ich hatte und habe das Gefühl, dass die gegenseitige Verunsicherung der Geschlechter im heterosexuellen Miteinander mit zunehmendem Alter exponentiell ansteigt, sei es wegen diverser daneben gegangener Vorbeziehungen oder wegen mangelnden Selbstwertgefühls, wird einem doch durch Magazine, Filme und das Internet beständig suggeriert, dass ältere Frauen zwar aktiv sein sollten, ja sogar Sex haben "dürften", aber sie müssten gleichzeitig schön, gepflegt und fit sein. Der Natur kann ja leicht mit Botox und Silikon in eine ewige Jugendlichkeit nachgeholfen werden und mindestens einen Tantra-Workshop musste frau auch absolviert haben, um ihren Marktwert zu steigern.

 

Ich hatte stattdessen Lebenserfahrung und war nicht ganz hässlich, aber ich fühle mich alles andere als perfekt. Ich wurde zwar oft für gut zehn Jahre jünger gehalten, aber man sah, dass ich keine 20 mehr war. Die hinterhältige Schwerkraft hatte sich meines Kinns und meiner Brüste bemächtigt, ich habe ein paar Kilos zu viel, bin daher etwas zu rund, bin dazu noch Brillenträgerin, trage kurze Haare, habe Schwimmreifen am Bauch und Cellulite am Po. Ich habe also alle möglichen und unmöglichen Mängel, die zwar jede Frau meines Alters zu haben scheint, aber ich empfand diese Makel als besonders störend. Aber, ich habe sogar noch ein paar größere Fehler, denn ich bin sehr direkt, ehrlich - und ich bin halbwegs intelligent. Der größte Mangel von allen, denn Männer scheinen meist keine intelligenten Frauen zu mögen, die ihre männlichen Positionen vielleicht ins Wanken bringen könnten.

 

 

Auch wenn wir uns in den 2010ern befinden, die Rollenverteilung scheint immer noch dieselbe zu sein, - männerzentriert -,  die Frau hat dem Manne ergeben zu sein und unterwürfig um seine Aufmerksamkeit zu buhlen, zumindest artikulieren das einige Männer so ähnlich, ach ja, und jugendlich schlank sollten die Frauen klarerweise auch sein mit viel Oberweite und einem griffigen Po, den sie jederzeit gerne für allerlei Übergriffe zur Verfügung stellten. Sonst haben Frauen Haare auf den Zähnen, sind Hexen oder einfach "hantig", wie das in Oberösterreich so schön heißt. Nicht mal der Boom um Shades of Grey hat an dieser Meinung etwas ändern können, ja ändern wollen. Frauen haben dümmer zu sein als der Mann, ob sie jetzt Blümchensex oder die Hardcore Fesselvariante bevorzugen, denn nur der Mann bestimmt die Regeln in der Politik, in der Wirtschaft und auf jeden Fall im Bett.

 

Um dem durchaus manchmal erniedrigenden gegenseitigen Umschleichen in der Realität zu entgehen und um auch mit meiner Erkrankung nicht gleich unangenehm aufzufallen, begab ich mich in die Virtualität der Computerwelten und legte ein Online-Profil von mir auf einer der vielen Dating Seiten im Internet an. [...]

 

Ich entdeckte sehr schnell die Vorteile virtueller Kommunikation, denn dort konnte ich nur sagen, was ich auch sagen wollte, konnte ganz direkte und manchmal durchaus sexgeladene Unterhaltungen ohne Scheu führen. Ich chattete und flirtete, Treffen in der wirklichen Welt vermied ich aber vorerst. Meistens verbrachte ich aber anfänglich meine Zeit damit, bescheuerte oder entwürdigende Sex-Anfragen abzuwehren, übergriffige Menschen zu löschen und mich über jene Männer zu amüsieren, die glaubten, sie könnten mit Bildern von Schauspielern punkten.  [...]

 

 

Veröffentlicht bei Amazon/Kindle /

published by Amazon/Kindle

ASIN: B00HWWQ1DY

ISBN-13 978-1495254734